Beleuchtung von Museen und Ausstellungsräumen

Die Beleuchtung in Museen ist grundlegend für die angemessene Wahrnehmung der Ausstellungsstücke

Beleuchtung in Museen © blurAZ/Shutterstock.com

Kunst will inspirieren, wach rütteln oder ästhetisch sein, sie regt zum stillen Betrachten an oder zum Mitmachen, sie ist klassisch oder modern, abstrakt oder gegenständlich. So unterschiedlich wie Kunst und Kunstwerke sind, so sollte auch die Beleuchtung in dem entsprechenden Präsentationsraum sein. Ausstellungsräume erfordern ganz spezielle Lichtkonzepte. Die Beleuchtung sollte natürlich ausreichend Licht für die Betrachtung bereitstellen, darf aber dabei die Kunstwerke nicht beschädigen.

In Museen und Ausstellungsräumen gehen Licht und Kunst eine untrennbare Verbindung miteinander ein. Licht inszeniert, schafft eine bestimmte Atmosphäre und beeinflusst die Raumwahrnehmung und die Wirkung der Ausstellungsstücke ganz maßgeblich. Im Artikel erfahren Sie, was bei der Beleuchtung von Kunstwerken zu beachten ist und wie eine Lichtplanung für Museen, aber auch für private Kunstsammlungen, aussehen kann.

Kunstwerke ins richtige Licht gerückt

Wie eine Ausstellung wirkt, hängt stark von der Beleuchtung ab. Deshalb ist ein gut durchdachtes und stimmiges Licht für Museen und Ausstellungsräume unabdingbar. Die Lichtplanung sollte sich an der Architektur des Gebäudes, der Raumaufteilung und an den ausgestellten Objekten orientieren. Die Beleuchtung von Ausstellungsräumen muss äußerst flexibel und wandelbar sein, vor allem dann, wenn die Ausstellungsstücke häufig neu arrangiert oder ausgetauscht werden. Stromschienensysteme mit flexibel verstellbaren Strahlern sind für diese Zwecke sehr gut geeignet. Eine weitere bewährte Möglichkeit sind Strahler und Spots mit frei beweglicher Aufhängung.

In Ausstellungsräumen bietet sich eine Mischung aus diffusem und gerichtetem Licht an. Als Raumbeleuchtung eignet sich diffuses Licht am besten. Es strahlt in alle Richtungen; dabei entstehen kaum bis gar keine Schatten. Diffuses Licht erzeugen zum Beispiel Lichtdecken mit Opalglas oder satiniertem Glas. Für Gemäldegalerien sind Voutenleuchten eine gute Alternative. Voutenleuchten sind Lampen, die zwischen Wand und Decke installiert werden. So sorgen sie für eine effektvolle Ausleuchtung der Übergänge zwischen Wand und Decke.

Für die Inszenierung einzelner Exponate wird gerichtetes Licht eingesetzt. Strahler oder Downlights setzen Kunstobjekte in Szene und betonen Form, Struktur und Material. Die Beleuchtung von Kunstobjekten sollte an die Größe des Exponats angepasst werden. Größere Bilder und Objekte brauchen mehrere bzw. stärkere Strahler als kleinere. Wichtig ist, dass weder Raum- noch Bilderleuchten die Betrachtung stören. So sollten Gemälde niemals direkt angeleuchtet werden, da sonst störende Lichtreflexe entstehen können. Das Gleiche gilt, wenn in der Ausstellung Bildschirme eingesetzt werden. Irritierende Schatten und auffällige Lichtmuster an Wänden und Decken sollten bei der Beleuchtung von Kunst ebenso vermieden werden.

Licht kann auch schädigenden Einfluss auf Exponate haben

Wenn in Ausstellungsräumen Tageslicht eingesetzt werden soll, sollten unbedingt Profis mit der Lichtplanung beauftragt werden. Diese wissen genauestens Bescheid über den Einfall des Tageslichts und seine Wirkung sowie die spezielle Problematik, die in tageslichtbeleuchteten Ausstellungen besteht. Das natürliche Tageslicht enthält nämlich Strahlungsanteile, die die Kunstwerke bei längerer Bestrahlung stark beschädigen können. Dies gilt auch für künstliches Licht.

Besonders schädigend sind die Strahlung im blauen Spektralbereich und die UV-Strahlung. Ein internationales Forscherteam hat vor kurzem eine Studie über die schädigende Wirkung von künstlichem Licht auf die Werke Vincent van Goghs durchgeführt. Die Studie ergab, dass insbesondere die Gelbtöne in den Werken van Goghs durch die Bestrahlung mit künstlichem Licht leiden – sie verblassen und altern deutlich schneller. Ursache sind die kurzwelligen Strahlungsanteile, vor allem die im blauen Spektralbereich und die ultraviolette Strahlung. Sie setzen fotochemische Prozesse in Gang, durch die sich das Material verändern kann. Ausstellungsstücke können verblassen, sich verfärben und verformen sowie nachdunkeln oder austrocknen.

Kunstwerke schonend beleuchten mit neuester LED-Lichttechnik

Erst kürzlich hat sich ein Forscherteam von der Technischen Universität Darmstadt mit dieser Problematik befasst. Die Forscher haben 118 verschiedene Lichtquellen (darunter Tageslicht, LEDs, Glühlampen und Kompaktleuchtstofflampen) auf ihre Strahlungsanteile hin untersucht. Dabei konnten sie feststellen, dass LED-Beleuchtung für Museen ideal ist. LEDs weisen kaum UV-Strahlungsanteile auf und auch der Strahlungsanteil im blauen Spektralbereich liegt deutlich unter dem von anderen Leuchtmitteln. Weiße LEDs etwa weisen einen geringeren blauen Strahlungsanteil auf als das natürliche Tageslicht. Die Licht emittierenden Dioden setzen Kunstwerke also besonders schonend in Szene – hochwertige Modelle mit ergiebigem Lichtspektrum überzeugen auch durch ausgezeichnete Farbwiedergabe, wenngleich Glühlampen in diesem Punkt noch überlegen sind. Ein weiterer Vorteil von LEDs ist ihre kompakte Form: Sie können auch in sehr komplexen Beleuchtungssystemen eingesetzt werden. Zudem sind LED-Leuchten die energieeffizientesten Lichtquellen, die es derzeit auf dem Markt gibt.

Beleuchtung für Kunst: Zusammenfassung

  • Museen und Ausstellungsräume brauchen ganzheitliche Lichtkonzepte
  • Häufig wechselnde Ausstellungen erfordern eine flexible Beleuchtung, z. B. Stromschienensysteme mit beweglichen Strahlern
  • Raumbeleuchtung: Diffuses Licht von Lichtdecken mit Verglasung oder Voutenleuchten
  • Beleuchtung für Kunstobjekte: Gerichtetes Licht von Strahlern oder Downlights
  • Störende Schatten, Lichtmuster und Lichtreflexe sollten vermieden werden
  • Blaue und ultraviolette Strahlungsanteile in künstlichem Licht und im Tageslicht können Kunstwerke beschädigen
  • Vorteile von LEDs: Kompakte Bauweise, energieeffizient, geringer Anteil an schädigender Strahlung