Die `großen 3` der Lichtbranche: Philips, GE und Osram

Die `großen 3` der Lichtbranche

Die `großen 3`©Sergey Nivens /Shutterstock.com

Der Beleuchtungsmarkt ist seit vielen Jahren im Umbruch, vor allem durch die Entwicklung von energiesparenden, digital steuerbaren LED-Lampen für alle erdenklichen Anwendungen. Mittlerweile macht das Geschäft mit den halbleiterbasierten Lampen gut die Hälfte des weltweiten Umsatzes aus. Konzerne aus Ostasien spielen eine immer wichtigere Rolle bei der Produktion und Entwicklung von Leuchtmitteln und Leuchten. Zeit für einen Rückblick auf die Anfangszeit der industriellen Herstellung von Beleuchtung, als drei Marktgiganten nahezu den gesamten Weltmarkt für Glühlampen unter sich aufteilten.

Das „Glühbirnen-Kartell“

Basierend auf den ersten Patenten für die Glühlampe, versorgten Anfang des 20. Jahrhunderts die drei Konzerne Philips (Niederlande), General Electric (USA) und Osram (Deutschland/Österreich) die Menschheit beinahe konkurrenzlos mit Glühbirnen. In den 1920er-Jahren fanden diese drei Marktführer, die gemeinsam etwa 80 % des Glühbirnenhandels unter sich aufteilten, gemeinsam mit einigen weiteren Herstellern im sog. Phoebus-Kartell zusammen, um ihre Produkte zu standardisieren und einen kooperativen Wissenstransfer zu beschließen. Unter anderem wurden die Sockeltypen E14 und E27 definiert.

Mit dem offiziellen Argument einer gleichbleibend sehr guten und dabei besser vergleichbaren Lichtausbeute wurde in dieser Zeit außerdem die Lebensdauer der Glühbirne künstlich auf 1.000 Stunden begrenzt – zumindest hält sich diese Theorie nachdrücklich. Angeblich gibt es in Kalifornien eine Glühbirne, die seit über 110 Jahren ununterbrochen leuchtet. Hinzugesagt werden muss, dass diese wohl, wenn überhaupt, nur sehr selten ein- und ausgeschaltet worden ist und jeder Schaltzyklus die Lebensdauer eines Leuchtmittels beeinträchtigt. Der Vorwurf der bewusst eingebauten Sollbruchstelle ist schwer zu überprüfen, aber folgender Gedanke sei zugelassen: Angenommen, die Glühbirne wäre wirklich eine so grandiose Konstruktion, dass sie wesentlich länger als 1.000 Stunden, über hundert Jahre oder sogar unbegrenzt funktionieren würde: Womit sollten die Hersteller dann Gewinn erwirtschaften?

Unbestritten ist, dass das Prinzip der ‚geplanten Obsoleszenz‘ (Abnutzung), also der bewussten Einbindung von Sollbruchstellen in industriell hergestellte Produkte, keine Phantasterei, sondern an der Tagesordnung ist. Denn auf diese Weise können Unternehmen ein Vielfaches an Gewinn einstreichen, da ihre Produkte mehrmals gekauft oder teuer repariert werden müssen. Geht diese lukrative Schummelei ausgerechnet auf dasjenige Produkt zurück, dass uns elektrisches Licht gebracht hat? Wie auch immer, im Folgenden ein kurzes Porträt der ersten drei Weltkonzerne für Beleuchtung:

Philips

Das 1891 in Eindhoven gegründete Unternehmen produzierte ab 1892 Glühlampen, zunächst mit zehn Mitarbeitern; Radioröhren und viele weitere Produkte kamen schon bald hinzu. Im Jahr 2015 beschäftigte die zum Weltkonzern für verschiedenste elektrotechnische Geräte herangewachsene Firma 113.000 Angestellte weltweit, wobei der Umsatz 24 Milliarden Euro betrug. Das Geschäftsfeld unterteilt sich in die drei Bereiche Philips Healthcare, Philips Consumer Electronics und Philips Lighting. So wie in Zeiten der Glühbirne, ist Philips auch heute wieder einer der ersten ‚global player‘ für zeitgemäße Beleuchtung; die LED- und Halbleitersparte ist jedoch teilweise an asiatische und amerikanische Investoren veräußert worden.

General Electric

Der amerikanische Pionier und Marktführer der Lichtbranche ist 1892 aus dem Zusammenschluss der Edison General Electric Company mit der Thomson-Houston Electric Company entstanden, sodass die beiden größten Konkurrenten nun geschlossen agieren konnten. Erstere Firma basiert auf den Patentrechten für Thomas Alva Edisons Erfindungen, deren mit Abstand bekannteste die Glühbirne ist (Patent: 1879). Heute sind mehr als 300.000 Menschen für GE tätig, in über hundert Ländern werden Produkte der Sparten Energie, Gesundheit, Transport und Finanzierung hergestellt.

Osram

Gründungsdatum der in München ansässigen OSRAM Licht AG ist der 1. Juli 1919, Grundlage der Glühlampenproduktion war die Anmeldung des Warenzeichens OSRAM für ‚Elektrische Glüh- und Bogenlichtlampen‘ durch die Deutsche Glasglühlicht-Anstalt im Jahre 1906. Der Markenname erklärt sich durch die Verbindung der beiden Begriffe Osmium und Wolfram: Beide Metalle wurden wegen ihres hohen Schmelzpunktes (3.000 bzw. 3.400 Grad Celsius) für die Herstellung der Glühfäden verwendet. Für den Sommer 2016 ist die Abspaltung des Geschäftsfeldes Glüh- und LED-Lampen für Privatkunden unter dem Namen Ledvance geplant, was etwa ein Drittel der rund 32.000 Mitarbeiter betrifft. Ledvance ist ein weiteres Kofferwort, zugrundeliegende Begriffe sind LED und Advance (Fortschritt).