Halogen-, Energiespar- und LED-Lampen: Vorteile und Nachteile

Vorteile und Nachteile im Überblick

Halogen-, Energiespar- und LED-Lampen © Romolo Tavani/Shutterstock.com

Von der EU-Politik ausgemustert, hat die klassische Glühbirne nach über hundertjähriger Nutzung endgültig ausgedient, auch wenn noch große Lagerbestände aufgebraucht werden. Der verbesserten Version der Glühbirne, deren enthaltene Halogene die Lebensdauer verdoppeln und den Stromverbrauch senken, ist ebenfalls keine goldene Zukunft beschieden. Ebenso wird sich das Konzept der als ‚Energiesparlampen‘ angebotenen Kompaktleuchtstofflampen nicht durchsetzen.

Bevor die in beinahe allen Belangen überlegenen LED-Lampen diese beiden relativ neuartigen Leuchtmittel verdrängt haben werden, lohnt noch ein genauerer Blick auf die Vor- und Nachteile der Energiesparlampen und Halogenlampen. Bei allen drei Lampentypen gibt es allerdings sehr große Qualitätsunterschiede zwischen den verschiedenen Preisklassen, sodass Richtwerte immer nur eine erste Orientierung liefern können.

Halogenlampen: Vorteile

So wie die klassische Glühlampe zeichnen sich Halogenlampen durch sehr naturgetreue Farbwiedergabe aus, da ihr Frequenzspektrum ähnlich umfassend ist wie dasjenige der Sonne. Der Kolben von Halogenlampen ist mit einem Gasgemisch gefüllt, das die Lebensdauer des glühenden Kohlefadens von tausend auf 2.000 Stunden verdoppelt, indem sich weniger abgedampfte Wolframatome ablagern. Aufgrund der höheren Lichtausbeute sinkt außerdem der Energieverbrauch im Vergleich zur klassischen Edison-Birne um bis zu 30 Prozent.

Die kompakteren Abmessungen von Brenner und Wendeln im Vergleich zur ‚Glühbirne‘ erlauben wesentlich kleinere Lampen und eine präzisere Lenkung des Lichts. Mit den Halogenlampen haben sich neue Sockel wie G4, G9 und GU10 etabliert. Halogenlampen gibt es als klassische Hochvolt- sowie als Niedervoltlampen mit integriertem bzw. vorgeschaltetem Transformator zur Senkung der Betriebsspannung. Für die meisten Halogenlampen besteht eine vielfältige Auswahl an geeigneten Dimmern, aufgrund der Vielfalt der Halogenlampen ist jedoch sehr genau auf die technischen Daten zu achten.

  • Doppelt so lange Lebensdauer (2.000 h) wie Edison-Glühbirnen
  • Bis zu 30 Prozent weniger Stromverbrauch
  • Diverse Sockeltypen; Hochvolt- und Niedervoltlampen
  • Naturgetreue Farbwiedergabe (Bestwerte um Ra 100)
  • Viele Modelle standardmäßig dimmbar
  • Entsorgung im Hausmüll

Halogenlampen: Nachteile

Verglichen mit der ursprünglichen Glühlampe in Edison-Bauweise bieten Halogenlampen zwar ausschließlich Vorteile. Als nachteilig bzw. nicht mehr zeitgemäß wird vor allem angesehen, dass die verbesserten Verbrauchswerte von LED-Lampen noch um ein Vielfaches übertroffen werden. Die meisten Halogenlampen teilen daher das Schicksal ihrer Vorgänger und werden durch Verordnungen aus Brüssel schrittweise aus dem Handel genommen.

  • Wesentlich höherer Verbrauch und niedrigere Lebensdauer als LED-Lampen; die meisten Halogenlampen verschwinden bald aus dem Handel

Energiesparlampen: Vorteile

Es handelt sich nicht um Glühlampen wie Edison- und Halogenlampen, sondern um Gasentladungslampen wie beispielsweise Neonröhren. Natürlich ist Energiesparlampe zuallererst ein Oberbegriff für alle stromsparenden Lampen, den Endkunden werden aber meist nur die kompakten Leuchtstofflampen mit klassischen Sockeln wie E14 und E27 als Energiesparlampen angepriesen. Wie diese Bezeichnung schon besagt, zählt die erhöhte Lichtausbeute zu den großen Vorteilen dieses Lampentyps. Im Vergleich zu Halogenlampen sinkt der Verbrauch nochmals spürbar, ebenso steigt die Lebensdauer nochmals stark an (Durchschnitt: 10.000 h). Die Farbwiedergabe liegt meist bei soliden Werten oberhalb von Ra 80. Als erster Lampentyp für den Wohnbereich bieten Energiesparlampen die Wahlmöglichkeit zwischen den drei Lichtfarben warmweiß, neutralweiß und tageslichtweiß.

  • Bis zu 70 % weniger Stromverbrauch als Glühbirnen
  • Lange Lebensdauer bis 15.000 h
  • Solide Farbwiedergabe > Ra 80
  • Wahl der Lichtfarbe warmweiß, neutralweiß oder tageslichtweiß

Energiesparlampen: Nachteile

Ein entscheidender Nachteil von Energiesparlampen ist die verlängerte Anschaltzeit, denn die volle Helligkeit wird erst nach einigen Sekunden erreicht. Dies kann je nach Anwendung als sehr störend empfunden werden, besonders auf die Dauer. Energiesparlampen haben ein integriertes Vorschaltgerät; es ist relativ kompliziert, einen passenden Dimmer zu finden bzw. überhaupt ein preisgünstiges dimmbares Modell ausfindig zu machen. Auch bei der Schaltfestigkeit schneiden viele Energiesparlampen weniger gut ab als Glühlampen.

Zudem sollte unbedingt vermieden werden, dass eine Energiesparlampe kaputtgeht, denn hierbei tritt giftiges Quecksilber aus: Zur Sicherheit sollte man unverzüglich gut durchlüften. Auch die Entsorgung ist komplizierter als bei den ‚guten alten‘ Glühlampen: Energiesparlampen können nicht über den Hausmüll entsorgt werden, sondern müssen zur nächsten Müllsammelstelle gebracht werden.

  • Verzögerte Einschaltzeit
  • Dimmbarkeit nur bei ausgesuchten Modellen
  • Enthält giftiges Quecksilber
  • Entsorgung nur bei der Sammelstelle

LED-Lampen: Vorteile

Im Vergleich zur herkömmlichen Glühlampen lassen sich bis zu 90 % Stromkosten sparen! Die Lebensdauer der meisten LED-Lampen beträgt zwischen 20.000 und 50.000 Stunden, was ebenfalls neue Maßstäbe setzt. Auch die Schaltfestigkeit hat sich durch LEDs nochmals verbessert. Zudem flackern Leuchtdioden so gut wie gar nicht und funktionieren bei allen Temperaturen gleichermaßen gut.

Leuchtioden erzeugen ihr Licht durch digitale Halbleitertechnologie. Sie sind allen anderen Leuchtmitteln in beinahe jeder Hinsicht überlegen – zudem bieten sie einige gänzlich neuartige Vorzüge wie die Möglichkeit zur dynamischen Veränderung der Lichtfarbe und zur Steuerung per Internet. So sind entsprechend konfigurierte LEDs in der Lage, jeden gewünschten Farbton hervorzubringen. Mit einem Farbwechsler ausgestattet, lässt sich die Lichtfarbe genau auf den gewünschten Wert (Farbtemperatur in Kelvin) einstellen. Ob ein Wechsel zwischen warmweiß, neutralweiß und tageslichtweiß oder zwischen Lichtfarben wie grün, orange und violett – mit geeigneten LEDs sind der Wahl der Lichtfarbe keine Grenzen mehr gesetzt.

Mit ihren kompakten Abmessungen und der flexiblen Anordnung revolutionieren LEDs außerdem das Design von Leuchten aller Art. Deckenleuchte, Schreibtischleuchte, Pendelleuchte für den Esstisch oder öffentliche Beleuchtung durch Straßenlaternen: Die Grenzen zwischen Lampe und Lampenschirm sind quasi verschwunden und alle erdenklichen Bauformen möglich geworden. Hierdurch kann die Beleuchtung noch wesentlich genauer fokussiert werden, wodurch viel Energie gespart wird und die sog. Lichtverschmutzung abnimmt.

Ob im „smart home“ oder im öffentlichen Straßenverkehr: Durch die Vernetzbarkeit von LED-Lampen ergeben sich zuvor ungeahnte Möglichkeiten zur genauen Steuerung der Beleuchtung nach situativem Bedarf. Zudem können sich die Lampen mit anderer Elektronik verbinden und beispielsweise als W-LAN-Verstärker dienen oder aktuelle Informationen bereitstellen. Zahlreiche Innovationen und Anwendungen für LED-Licht sowie weitere Verbesserungen technischer Details werden den Beleuchtungsmarkt noch viele Jahre lang in Bewegung halten.

  • Sehr hohe Energieeinsparung: Bis zu 90 % weniger Stromkosten als mit Glühbirnen
  • Lebensdauer > 20.000 h (bis zu 50.000 h)
  • Erhöhte Schaltfestigkeit
  • Temperaturunabhängige Funktionalität
  • Quasi flackerfrei
  • Die sehr kompakten Abmessungen ermöglichen viel flexibleres Leuchtendesign
  • Warmweiß, neutralweiß und tageslichtweiß sowie bunte Lichtfarben möglich, auch Leuchten mit veränderbarer Farbe erhältlich
  • Vernetzbar und ansteuerbar über das Internet

LED-Lampen: Nachteile

LEDs werden die anderen Leuchtmittel der heutigen Zeit zunehmend verdrängen. Dennoch haben die mit dem offiziellen Argument der Energieersparnis durch das Verbot traditioneller Leuchtmittel quasi subventionierten Lampen auch einige Nachteile, die teilweise jedoch noch behoben werden. Gerade bei billigen Importwaren ist häufig die Farbwiedergabe schlecht, sodass der beleuchtete Bereich in etwas unnatürlichen Farbtönen erscheint. Zudem wirkt das Licht aufgrund des eingeschränkten Frequenzspektrums in vielen Fällen kalt und ungemütlich. Diese beiden Probleme gelten jedoch mittlerweile nicht mehr für die meisten hochwertigen LED-Lampen, zudem steigern auch billige Produkte kontinuierlich ihre Qualität. Dank der enormen Einsparung bei den Stromkosten rechnet sich die Umstellung mittel- bis langfristig meist auch dann, wenn der Anschaffungspreis hochwertiger LED-Lampen zunächst für Bedenken sorgt. Eine weitere erfreuliche Entwicklung ist, dass immer mehr LEDs dimmbar sind, wobei auch hier sehr genau auf die Herstellerempfehlungen für passende Dimmer geachtet werden sollte.

Aufgrund der neuartigen Struktur der Lampen können diese nahezu beliebig angeordnet werden und den Leuchten völlig neuartige Formen verleihen. Toll fürs Design, aber langfristig ein Problem: Denn bei den meisten Herstellern halten diese Leuchten zwar 20 oder sogar 50 Jahre, ein Austausch der verbrauchten Leuchtmittel ist aber nicht mehr vorgesehen. Diese enthalten sog. Seltene Erden und müssen bei den Müll-Sammelstellen entsorgt, neue Leuchten eingekauft werden. Der sehr niedrige Energieverbrauch ist ein überzeugendes Argument für die LED, die teils sehr schadstoffintensive Produktion und die zukünftige Entsorgung der unzähligen ausgemusterten LED-Leuchten schaffen jedoch auch neue Umweltprobleme. Nur wenige Hersteller bieten bislang den Service einer Erneuerung der LED-Lampen an. Immerhin steht das Thema Recycling von ausgemusterten LED-Leuchten bereits auf der Agenda der Europäischen Union.

  • Dimmbarkeit komplizierter
  • Seltene Erden benötigt
  • Entsorgung bei Müll-Sammelstellen
  • Bei Billigware: Ungemütliches Licht, schlechte Farbwiedergabe
  • Die meisten LED-Leuchten mit fest verbauten Leuchtmitteln müssen irgendwann komplett entsorgt werden