Osram beleuchtet die Sixtinische Kapelle

Die Sixtinische Kapelle wird nun von modernen LED--Lampen erhellt

Kapellen Beleuchtung © S-F/Shutterstock.com

Die Sixtinische Kapelle ist eine der prächtigsten Kapellen in der Vatikanstadt und beherbergt zugleich eines der berühmtesten Gemälde der Welt. Im Gewölbe befindet sich das mehr als 500 Jahre alte Fresko „Das Jüngste Gericht“ von Michelangelo. Um dies zu schützen, herrscht in der Kapelle eher düstere Stimmung. Die Fenster sind weitgehend verdunkelt; Besucher des vatikanischen Museums müssen sich mit einer sparsamen, veralteten Beleuchtung zufriedengeben.

Die gesamte Schönheit des Kunstwerks mit seinen leuchtenden Pigmenten, so wie der Künstler sein Werk wohl selbst gesehen haben wird, bleibt dem Betrachter verwehrt. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtete, soll dies nun ein Ende haben. Das Münchener Unternehmen Osram setzt modernste LED-Technik ein, um die Kapelle wieder in strahlendes Licht zu setzen.

Neuartige LED-Lichttechnik simuliert Einfall von Tageslicht

Als Michelangelo vor über 500 Jahren sein Werk an den Auftraggeber, Papst Julius II., übergab, fiel durch die Fenster der Sixtinischen Kapelle noch natürliches Licht. Doch das
Licht schadet den empfindlichen Fresken – die Farben können verbleichen. Für Museums- und Konzertbesucher sowie die kirchlichen Würdenträger im Konklave wurde die Kapelle bisher immer äußerst sparsam beleuchtet. Nun soll das prächtige Fresko zum 450. Todestag Michelangelos wieder in besseres Licht gerückt werden – mithilfe modernster LED-Beleuchtung. Die Firma Osram hat es sich gemeinsam mit vier Partnern aus ganz Europa zur Aufgabe gemacht, den Lichteinfall durch die Fenster der Sixtinischen Kapelle mit künstlicher Beleuchtung zu simulieren. Zum Einsatz kommen sollen 60 Leuchten, die mit etwa 7.000 LEDs ausgestattet sind. Die technischen Projektverantwortlichen von Osram hatten die Idee zur neuen Beleuchtung der Kapelle entwickelt und damit 2011 den EU-Wettbewerb „LED4Art“ gewonnen.

Neues Licht für die Sixtinische Kapelle

Bisher konnten Besucher des Vatikanischen Museums die leuchtenden Farben der Fresken mehr erahnen als sehen. Und wer nach oben sah, wurde zudem von den angebrachten Lampen geblendet. Die nun vorgesehene Beleuchtung soll aus verborgenen LED-Lampen bestehen, die indirektes Licht abgeben und ähnlich wie Himmels- oder Atelierlicht den Raum beleuchten. Zudem sind sie zehnmal stärker als die bisherigen Lampen. Dadurch soll die Kapelle insgesamt viel heller werden und die Farben des Freskos sollen wieder gut erkennbar sein.

LED-Beleuchtung für Kunstwerke von unschätzbarem Wert

Angemessene Beleuchtung für Kunst hebt alle Feinheiten des Werks hervor. Vorbild in Sachen Lichtdesign ist die Städtische Galerie im Lenbachhaus in München. Hier wurden je nach Epoche und Künstler unterschiedliche Stimmungen kreiert – mithilfe der Farbtemperatur, die dort ein Spektrum von 3.000 bis 6.000 Kelvin umfasst. In der Sixtinischen Kapelle soll das Lichtdesign etwas dezenter ausfallen. Es soll von 5.000 bis 6.000 Kelvin reichen und eher an die Lichtsituation, wie sie zu Zeiten Michelangelos bestand, angelehnt sein. Damals war die Kapelle abends meist mit Kerzen und Fackeln beleuchtet. Die LED-Beleuchtung soll zwar nicht das Kerzenlicht imitieren, aber es soll ähnlich zurückhaltend wirken und das Kunstwerk in seiner Wirkung sanft unterstützen.

Vorteil der LED-Beleuchtung ist, dass sie ausreichend Helligkeit liefert und dabei das kostbare Fresko nicht beschädigt. Zudem können durch die hocheffizienten LEDs 60 bis 90 Prozent Energie eingespart werden. Da LEDs eine geringe Wärmeentwicklung haben, wird zudem die Klimaanlage entlastet. Ein weiteres ehrgeiziges Projekt zur zeitgemäßen Beleuchtung von Kunstwerken könnten die Werke Raffaels im Vatikanischen Museum sein, die ebenfalls schonend und energieeffizient beleuchtet werden sollen.

  • Münchener Firma Osram gewinnt EU-Wettbewerb „LED4Art“: Neuartiges Konzept zur Beleuchtung der Sixtinischen Kapelle
  • Hochmoderne LED-Beleuchtung simuliert Einfall von natürlichem Tageslicht: Indirektes Licht von 7.000 LEDs, ca. zehn Mal stärker als bisherige Lampen
  • Lichtdesign: Lichtsituation wie zu Zeiten Michelangelos; Licht mit Farbtemperaturen zwischen 5.000 und 6.000 Kelvin
  • LED-Beleuchtung schont Kunstwerke, liefert ausreichend Helligkeit und spart Energie ein