Außenbeleuchtung: Funktion, Planung und Umsetzung

Durchdachte Außenbeleuchtung mit Bodeneinbauleuchten, Wandleuchten und Stehleuchten

Außenbeleuchtung © Piotr Wawrzyniuk/Shutterstock.com

Nicht nur in den Innenräumen, sondern auch im Außenbereich ist eine angemessene Beleuchtung ausgesprochen sinnvoll. Der hohe Nutzen und der ästhetische Wert einer gut geplanten Außenbeleuchtung von Grundstück und Garten, vor allem der wichtigen Verkehrswege, werden von immer mehr Menschen erkannt. Auch die Terrasse und der Balkon sollten unbedingt durch einen ebenso funktionalen wie atmosphärischen Lichtschein bereichert werden, denn hier hält man sich besonders oft und gerne auf. Ebenso verlangt der Eingangsbereich des Hauses nach einer passenden Außenbeleuchtung.

Die wichtigste Funktion von Außenbeleuchtung ist die Sicherheit für alle, die sich im Dunkeln auf dem Grundstück bewegen. Daher kommt der Wegbeleuchtung eine zentrale Rolle zu; mit einer angemessenen Außenbeleuchtung sind teure Haftungsklagen wegen Unfällen so gut wie ausgeschlossen. Zum zweiten erhöhen Außenleuchten den Komfort bei abendlichen Zusammentreffen im Garten. Außerdem ist die Ästhetik von entscheidender Bedeutung, denn schöne Außenleuchten werten den optischen Gesamteindruck der Außenanlagen erheblich auf, nicht erst nach Sonnenuntergang.


Bei der Planung der Außenbeleuchtung ist es wichtig, die IP-Schutzarten zu beachten, denen jede Leuchte abhängig von ihrem genauen Standort genügen muss. Auch die Helligkeit und die Lichtfarbe sollten bewusst ausgewählt werden. Zudem müssen die Fragen der Stromanschlüsse und der praktischen Bedienbarkeit geklärt werden.

Welche Außenbeleuchtung? Die wichtigsten Entscheidungskriterien auf einen Blick:

  • Verwendungszweck: Wegbeleuchtung, Beleuchtung von Eingängen, Inszenierung von Haus und Grundstück, dekorative Leuchten für Gartenfeste etc.
  • IP-Schutzart: Welcher Schutz gegen die Witterung ist erforderlich?
  • Helligkeit: Welchen Lichtstrom (gemessen in Lumen) sollten die Außenleuchten aussenden?
  • Lichtfarbe: Welche Farbtemperaturen in Kelvin (z. B. neutralweiß) sind angemessen?
  • Stromversorgung: Sichere Verkabelung mit einplanen oder für Solarleuchten entscheiden.
  • Praktische Bedienbarkeit: Sollen die Außenleuchten aus dem Haus heraus gesteuert werden können? Sind Bewegungsmelder oder Dämmerungsschalter von Vorteil?
  • Checkliste: Diese Punkte sollten Sie bei der Planung unbedingt berücksichtigen.

Die Auswahl an verschiedenartigen Außenleuchten ist mittlerweile derart groß, dass es ratsam ist, sich zunächst einen Überblick zu verschaffen. Es gibt verschiedene Ansätze, Außenleuchten zu klassifizieren, nach ihrem Verwendungszweck beispielsweise in Haustürleuchten, Wegeleuchten und Teichleuchten. Außenleuchten können wie folgt unterschieden werden:

Typen von Außenleuchten im Überblick

  • Außenstehleuchten: Oberbegriff für alle Außenleuchten, die vom Boden aufragen – von der kleinen Kugelleuchte mit Standfuß bis hin zum über zwei Meter hohen Kandelaber.
  • Außenwandleuchten: Spenden meist ein dekoratives Zonen- und Orientierungslicht.
  • Außenlaternen: Gibt es in unzähligen Ausführungen von der klassischen Wandlaterne bis hin zur modernen Gartenlaterne.
  • Außenstrahler: Senden zielgerichtetes direktes Licht aus. Große Bandbreite vom dezenten Einbauspot bis zum leistungsstarken Fassadenstrahler.
  • Bodeneinbauleuchten: Schließen bündig mit dem Boden ab und nehmen daher keinen Platz weg. Können sowohl der Sicherheit dienen als auch zu Dekorationszwecken verwendet werden.
  • Wegeleuchten: Werden am Wegesrand installiert, um für Trittsicherheit zu sorgen. Meist handelt es sich um Kandelaber oder Pollerleuchten.
  • Kandelaber: Mehrflammige Laternen/Mastleuchten. Meist über zwei Meter hoch und daher in der Lage, einen weiten Bereich auszuleuchten.
  • Mastleuchten: Ragen hoch und senkrecht auf.
  • Pollerleuchten: Halbhohe (max. bis zur Hüfte) Leuchten, in vielen Fällen senkrecht aufragend.
  • Sockelleuchten: Meist niedriger als Pollerleuchten. Besonders für exaltierte Positionen wie Sockel, Mauertürmchen, Treppenabsätze und andere Vorsprünge geeignet.
  • Außenleuchten mit Bewegungsmelder: Der Sensor schaltet die Leuchte automatisch und ganz nach Bedarf ein und aus.
  • Außenleuchten mit Steckdose: Praktisch, da Gartengeräte angeschlossen werden können.
  • Solarleuchten: Verursachen keine Stromkosten, da sie sich tagsüber mit Sonnenlicht aufladen.
  • Dekorative Außenleuchten: Beispielsweise LED-Lichterketten als Baumschmuck und formschöne Kugelleuchten neben dem Gartenteich.
  • Hausnummernleuchten: Beleuchtete Hausnummern optimieren die Orientierung.
  • Unterwasserleuchten: Sind so gut isoliert, dass sie auch dauerhaft unter Wasser funktionieren.
Die stimmige Außenbeleuchtung bezieht alle wesentlichen Bereiche des Grundstücks ein.

Außenbeleuchtung für Haus und Garage © Shutterstock.com/photobank.ch

Nach Möglichkeit sollte die Außenbeleuchtung von Anfang an in die Planung von anstehenden Baumaßnahmen einbezogen werden, denn die Installation von zahlreichen Außenwandleuchten und anderen Außenleuchten erfordert Arbeiten in den Wänden und Böden. Nicht zuletzt sollte man sich genau überlegen, welche dekorativen Außenleuchten man zusätzlich zur notwendigen Sicherheitsbeleuchtung integrieren möchte. Natürlich sollten alle Gartenleuchten stilistisch zur vorhandenen Ausstattung passen.

Welcher IP-Schutz für Außenleuchten ist notwendig?

Jede Außenleuchte gibt anhand der IP-Schutzart Aufschluss darüber, welche Witterungsbedingungen sie verträgt und wie gut sie gegen Berührungen geschützt ist, z. B. durch neugierige Kinderhände. ‚IP‘ ist das Kürzel für ‚Ingress Protection‘ (Eindringschutz). Die IP-Schutzart hat zwei Ziffern, deren erste sich auf feste Fremdkörper und deren zweite sich auf Wasser und andere Flüssigkeiten bezieht. In den meisten Fällen genügt die IP-Schutzart 44.

Die wichtigsten IP-Schutzarten im Überblick:

  • IP23: Schutz gegen feste Fremdkörper > 12,5 mm und gegen Sprühwasser schräg bis 60 Grad. Z. B. für Außenwandleuchten unter ausladenden Vordächern.
  • IP44: Schutz gegen feste Fremdkörper > 1 mm und gegen Spritzwasser. Z. B. für Wegeleuchten.
  • IP65: Staubdicht und gegen Strahlwasser geschützt. Z. B. für Bodeneinbauleuchten unter Vordächern.
  • IP67: Staubdicht und gegen zeitweiliges Untertauchen geschützt. Z. B. für Bodeneinbauleuchten im Freien.

Welche Helligkeit ist für die Außenbeleuchtung angemessen?

Seit dem Aufkommen neuartiger Leuchtmittel wie Energiesparlampen und LED-Lampen dient die physikalische Einheit des Lichtstroms, Lumen, zur Einschätzung der Helligkeit. Denn die verschiedenen verbesserten Leuchtmittel benötigen wesentlich weniger Watt als Glühlampen, um dieselbe Helligkeit zu erzielen. Wieviel Lumen für Gartenbeleuchtung notwendig sind, lässt sich natürlich nicht pauschal sagen. Zur Orientierung:

  • 40-Watt-Glühbirne: ca. 400 Lumen
  • 60-Watt-Glühbirne: ca. 600 Lumen

Für eine schöne Außenwandleuchte genügen in der Regel 400 bis 600 Lumen. Ein leistungsstarker Außenstrahler, der Teile der Fassade in Szene setzen soll, sollte aber je nach Größe des Hauses auch mehrere tausend Lumen ausstrahlen!

Lichtfarbe und Insektenschutz

In den Wohnräumen hat sich warmweißes Licht (Farbtemperatur < 3.300 Kelvin) bewährt. Gerade im Außenbereich ist aber oftmals auch ein neutralweißes (3.300 bis 5.300 Kelvin) oder sogar tageslichtweißes (> 5.300 Kelvin) Licht gefragt. Die besonders stromsparenden LED-Außenleuchten weisen diesbezüglich die größte Vielfalt auf. Ein weiterer Vorteil der Leuchtdioden ist, dass sie kein ultraviolettes und infrarotes Licht aussenden, das lästige Insekten anlockt!

Stromanschlüsse

Wer Teile seines Grundstücks beleuchten möchte, muss oftmals Kabel für Gartenbeleuchtung verlegen. Im Interesse der Sicherheit und damit sie aus dem Blickfeld verschwinden, sollte es sich dabei um spezielle Erdkabel für Gartenbeleuchtung etc. handeln. Als sehr praktisch erweisen sich Außenleuchten mit Steckdose im Gehäuse, denn diese dient zugleich als Anschluss für elektrische Gartengeräte. Auch Varianten mit mehreren Steckdosen sind in vielfältiger Auswahl erhältlich.

Ein Solarpanel für Gartenbeleuchtung zu nutzen, ist eine neue und vielversprechende Methode, wie Gartenbeleuchtung ohne Strom realisiert werden kann. Dieses wird bei den meisten Solarlampen für außen mitgeliefert; entweder es befindet sich im Inneren der Leuchte, wie z. B. bei Kugelleuchten, oder es ist extern, was den Vorteil einer flexibleren Ausrichtung mit sich bringt. Solarleuchten im Garten, die sich tagsüber mit kostenloser Sonnenenergie aufladen, sind der Gartenbeleuchtung mit Batterie zuzurechnen. In vielen Fällen handelt es sich um Gartenbeleuchtung mit Erdspieß; über diesen lassen sich Außenlampen ganz einfach im Boden verankern.

Praktische Bedienbarkeit

Die Außenbeleuchtung setzt das Heim effektvoll in Szene.

Stimmungsvoll arragierte Außenleuchten © Shutterstock.com/karamysh

Hinsichtlich der Bedienbarkeit gibt es mehrere Methoden, den Komfort zu maximieren. Eine Gartenbeleuchtung mit Fernbedienung lässt sich ganz bequem vom Sofa aus steuern. Noch mehr Freiheit bieten Außenleuchten mit Bewegungsmelder: Der Sensor erfasst menschliche Bewegungen nach den bei vielen Modellen einstellbaren Parametern Erfassungswinkel und Reichweite; auch die Leuchtdauer lässt sich meist bedarfsgerecht einstellen. Energie sparen: Bewegungsmelder reduzieren den Energieverbrauch erheblich und senken damit die Stromrechnung, insbesondere in Kombination mit den ohnehin sehr energieeffizienten Leuchtdioden (LEDs). Tipp: LED-Lampen überstehen die meisten Schaltzyklen! Eine Gartenbeleuchtung mit Dämmerungsschalter schaltet das Licht je nach Umgebungshelligkeit durchgehend ein und aus.

Außenbeleuchtungs-Checkliste: An alles gedacht?

Im Folgenden finden Sie eine Liste mit Fragen, die für die Planung einer Gartenbeleuchtung von grundlegender Bedeutung sind:

  • Welche Außenbereiche sollen beleuchtet werden?
  • Welchen Zweck soll die Außenbeleuchtung erfüllen?
  • Müssen die Leuchten bestimmten Belastungen standhalten, z. B. heftigen Schauern aus schrägem Einfallswinkel oder häufigen Staubwolken? Daher: Welche IP-Schutzarten sind erforderlich?
  • Wie hell sollen die Gartenleuchten sein?
  • Welche Lichtfarbe sollen sie haben?
  • Welche Leuchtmittel (Glühlampen, Energiesparlampen, LED-Lampen) bevorzugen Sie?
  • Wie werden die Außenleuchten mit Strom versorgt?
  • Wie sollen die Leuchten ein- und ausgeschaltet werden (z. B. Fernbedienung, Dämmerungsschalter oder Bewegungsmelder)?
  • Haben Sie an wirklich alle Außenleuchten gedacht?