Innenbeleuchtung: Funktion, Planung und Umsetzung

Stimmige Innenbeleuchtung mit Deckenleuchte, Hängeleuchte und Deckeneinbauspots

Innenbeleuchtung mit Stil © Marko Poplasen/Shutterstock.com

Beleuchtung spielt eine überaus wichtige Rolle bei der Inneneinrichtung, denn erst durch vorteilhafte Lichtverhältnisse kommen die Struktur eines Raumes und die Schönheit der Einrichtung zur Geltung. Um eine angenehme Lichtstimmung zu schaffen, ist meist eine Kombination aus mehreren Leuchten erforderlich, wobei man nach Verwendungszweck zwischen Grundbeleuchtung, Zonenlicht und dekorativen Lichtakzenten unterscheidet. An bestimmten Stellen wie den Treppen und Verkehrswegen ist ausreichend helles Licht zudem unabdingbar für die Sicherheit im Alltag.

Aus diesen Gründen sollten die Lichtquellen von Anfang an in die Planung der Einrichtung einbezogen werden! Neben den funktionalen und ästhetischen Kriterien zählen auch die Stromkosten im laufenden Betrieb zu den wesentlichen Gesichtspunkten beim Kauf von Innenleuchten!

In diesem Artikel gehen wir auf die grundlegenden Aspekte der Innenbeleuchtung Ihres Zuhauses ein und schaffen eine Übersicht, an der Sie sich orientieren können. Hinweis: Wohnzimmer, Schlafzimmer, Bad, Küche, Kinderzimmer, Arbeitszimmer, Flur, Treppenhaus: Jeder Raum des Hauses stellt eigene Anforderungen an eine ebenso funktionale wie attraktive Beleuchtung. Über diese informieren wir Sie ausführlich in jeweils eigenen Artikeln!

Grundlegende technische und lichtplanerische Punkte der Innenbeleuchtung:

Grundlicht, Zonenlicht und dekorative Lichtakzente

Als Basis einer sinnvollen Raumbeleuchtung dient die sog. Allgemein- oder Grundbeleuchtung. In den meisten Fällen übernimmt diese eine zentrale Deckenleuchte. Alternativ kann auch ein Verbund aus clever angeordneten Deckeneinbauspots die angemessene Helligkeit herstellen. Kommt das Grundlicht von der Decke, reicht es in jeden Winkel. In manchen Bereichen eines eingerichteten Raumes entstehen hierdurch jedoch störende Schattenwürfe. Mit passenden Wandleuchten, Stehleuchten, Tischleuchten und Hängeleuchten verschwinden diese jedoch wieder. Zudem beleben die Zonenlichter das Raumgefüge und setzen einzelne Möbel wie die Sitzgruppe gesondert in Szene. Wer dieses Grundgerüst noch mit dekorativen Lichtakzenten anreichert, genießt alle Vorteile einer angenehmen und schönen Beleuchtung! Sehr beliebt ist beispielsweise die dekorative Raumbeleuchtung mit LED-Stripes, zudem eine sehr effektvolle Möglichkeit für indirekte Beleuchtung mit LED.

Direktes und/oder indirektes Licht?

Alle Innenleuchten ergänzen sich zu einem stimmigen Lichtkonzept.

Innenbeleuchtung in der offenen Wohnküche © Shutterstock.com/Photographee.eu

Ein weiterer grundlegender Aspekt der Lichtplanung betrifft die Ausrichtung des Lichts. Direktes Licht ist auf einen bestimmten Bereich fokussiert, beispielsweise bei einer Leselampe oder einer schönen Pendelleuchte für den Couchtisch. Demgegenüber wird indirektes Licht über die Decke oder die Wand in den Raum projiziert, was eine angenehme Atmosphäre schafft und kleine Räume größer werden lässt! Manche Leuchten wie mehrflammige Deckenfluter kombinieren beide Arten des Lichtaustritts. Eine Art Mittelweg ist diffuses Licht, das vom Lampenschirm getrübt und in alle Richtungen gestreut wird, beispielsweise bei einer formschönen Kugel-Hängeleuchte.

Sicherheit: Ist eine bestimmte IP-Schutzart erforderlich?

Anhand der IP-Schutzart erkennen Sie, wie gut eine Leuchte gegen das Eindringen von festen Fremdkörpern und Flüssigkeiten geschützt ist. Abgesehen von Leuchten fürs Bad, wo der Schutz gegen Wasser sehr wichtig ist, und den Hobbykeller, wo viel Staub entsteht, ist die IP-Schutzart für Innenleuchten nur selten von Belang. Bei der Installation von Badleuchten, zu denen auch Spiegel mit Beleuchtung zählen, sind im Interesse der eigenen Sicherheit zahlreiche Bestimmungen zu beachten – hierüber informieren wir Sie ausführlich in einem gesonderten Blogbeitrag. In den meisten Fällen reicht es, wenn die Badleuchte IP44-geschützt ist und somit kein Spritzwasser eindringen kann.

Angemessene Helligkeit von Innenleuchten

Bevor die ‚guten alten Glühbirnen‘ durch Halogenlampen, Energiesparlampen und LED-Lampen verdrängt wurden, konnte die richtige Helligkeit einfach an der Watt-Zahl und der Glasart (klar oder trüb) eingeschätzt werden. Da viele zeitgemäße Leuchtmittel aber mit wesentlich weniger Watt auskommen, wäre dies für Verbraucher zu unübersichtlich. Mittlerweile dient der Lichtstrom in Lumen als Indikator für die Helligkeit eines Leuchtmittels. Bei mehrflammigen Leuchten addiert sich der Lichtstrom der einzelnen Lampen!

Folgende Gegenüberstellung veranschaulicht die Helligkeit des Lichtstroms:

  • 40-Watt-Glühbirne: ca. 400 Lumen
  • 60-Watt-Glühbirne: ca. 650 Lumen

Raumbeleuchtung: Wieviel Lumen?

Die Helligkeit jeder Lampe ist immer im Kontext ihrer Umgebung zu betrachten! Natürlich hängt die erforderliche Leuchtkraft davon ab, was für Lichtquellen sich außerdem im selben Raum befinden. Außerdem spielt die restliche Einrichtung eine wesentliche Rolle. So schlucken dunkle Wände und Möbel ungleich mehr Licht als helle. Nicht zuletzt sind Größe und Höhe des Raumes von entscheidender Bedeutung. Zudem spielt es eine gewichtige Rolle, welchen Tätigkeiten man dort nachgehen möchte. Im Arbeitszimmer beispielsweise ist wesentlich helleres Licht gefragt als im Wohn- und Schlafzimmer.

Stilvoll arrangierte Innenleuchten im Schlafzimmer

Innenbeleuchtung im Schlafzimmer © Shutterstock.com/Patryk Kosmider

Grundsätzlich gilt, dass das Grundlicht und die direkte Beleuchtung von funktionalen Bereichen wie dem Schreibtisch oder der Arbeitsfläche in der Küche wesentlich heller sein sollten als eine dekorative Wand- oder Stehleuchte, die für das Zonenlicht zuständig ist. Zeitgemäße LED-Pendelleuchten für den Ess- und Wohnzimmertisch sind häufig wesentlich heller als veraltete Hängeleuchten mit Glühlampen-Fassung. Eine weitere ganz grundsätzliche Eigenheit ist, dass die Lampe aus allen Blickwinkeln blendfrei sein muss. Den Lichtstrom bezogen auf bestimmte Flächen misst man in der Einheit Lux. Für Arbeitsplätze aller Art gibt es diesbezüglich Richtwerte und Vorgaben.

Die Lichtfarbe

Weißes Licht setzt sich aus den bunten Lichtfarben des Regenbogens zusammen. Je nach Anteil der einzelnen Farben hat das Weiß eine andere Charakteristik. Im Wesentlichen unterteilt man weißes Licht in die Kategorien warmweiß (< 3.300 Kelvin), neutralweiß (3.300 bis 5.300 Kelvin) und tageslichtweiß (>5.300 Kelvin), wobei der Rotanteil mit steigender Farbtemperatur in Kelvin abnimmt, während der Blauanteil zunimmt.

In den Wohnräumen ist vor allem warmweißes Licht beliebt, da dieses eine gemütliche und behagliche Stimmung verbreitet. Neutralweiße Lampen eignen sich gut für den Hobbykeller. Tageslichtweißes Licht ist gut für den Arbeitsplatz geeignet, da es die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit steigern kann.

Welches Leuchtmittel? Vor- und Nachteile der wichtigsten Lampentypen

Neuere Lampentypen wie Energiesparlampen und LED-Lampen gibt es mit den meisten gängigen Sockeln wie E27, sodass sie auch in alte Leuchten eingesetzt werden können.

Glühlampen: Die ‚guten alten Glühbirnen‘ und ihre energieeffizienteren Nachfolger, die Halogenlampen, zeichnen sich vor allem durch ihren hervorragenden Farbwiedergabeindex aus. Da sie ein volles Lichtspektrum aufweisen, dass ähnlich wie das Sonnenlicht aus den meisten Frequenzen des sichtbaren Lichts zusammengesetzt ist, erscheinen die beleuchteten Gegenstände in ihrem natürlichen Farbeindruck. Größter Nachteil sind die hohen Stromkosten, denn nur fünf Prozent der aufgenommenen Energie werden in Licht umgewandelt, der Rest entweicht als Wärme. Zudem haben Glühlampen eine geringe Lebensdauer und müssen daher vergleichsweise häufig ausgewechselt werden. Herkömmliche Glühlampen halten etwa 1.000 Betriebsstunden, Halogenlampen etwa 2.000.

Energiesparlampen: Im Handel werden vor allem kompakte Leuchtstofflampen, die in die meistverwendeten Lampenfassungen wie E27 und E14 passen, als Energiesparlampen bezeichnet. Tatsächlich verbrauchen sie wesentlich weniger Strom als Glühlampen und haben außerdem eine längere Lebensdauer. Im praktischen Gebrauch zeigen sie allerdings Schwächen. Es dauert einige Sekunden, bis sie ihre volle Leuchtkraft entfalten. Außerdem ist die Entsorgung aufwendig, da sie geringen Mengen von gefährlichen Giften wie Quecksilber enthalten.

Der Star unter den Leuchtmitteln sind LED-Lampen. Größter Vorteil ist die sehr gute Energieeffizienz: Im Vergleich zur Beleuchtung mit Glühlampen können Sie durch eine Innenbeleuchtung mit LED bis zu 90 % an Stromkosten einsparen! Zudem zeichnen sich die Leichtdioden durch ihre extrem lange Lebensdauer von 20.000 bis 50.000 Betriebsstunden aus, vertragen die meisten Schaltzyklen und flackern nicht. Mit entsprechend konstruierten LED-Lampen kann Licht in jeder beliebigen Farbe erzeugt werden. Dank ihrer kompakten Abmessungen ermöglichen Leuchtdioden es den Designern, völlig neue Wege zu beschreiten. Im Bereich der Farbwiedergabe erreichen LED-Lampen mittlerweile beinahe die Bestwerte.

Wichtig zu wissen ist, dass die Qualitätsunterschiede bei LED-Lampen sehr groß sein können. Billigprodukte sparen häufig bei der Komplexität der spektralen Zusammensetzung und weiteren entscheidenden Kriterien, sodass ihr Licht als wenig angenehm empfunden wird. Grundsätzlich sollte man es vermeiden, direkt in die LED-Lampen zu schauen, da dies auf die Dauer den Augen schaden kann.

Bei vielen neuen LED-Leuchten sind die Lampen fest verbaut und können nicht ausgetauscht werden. Da LEDs (Leuchtdioden) keine Verschleißteile wie Glühdrähte aufweisen, gehen sie nicht kaputt. Falls ein Defekt auftritt, ist meist nur der ersetzbare LED-Treiber im Gehäuse kaputt, ein vorgeschaltetes Elektrobauteil, das unter anderem die Netzspannung heruntertransformiert.

Dimmer, Bewegungsmelder und Farbwechsler

Mit einem Dimmer ausgestattete Leuchten bieten den immensen Vorteil, dass ihre Helligkeit situativ angepasst werden kann, sodass man stets die optimalen Lichtverhältnisse genießt. Innenleuchten mit Bewegungsmelder schaltet sich automatisch ein und aus, wenn sich jemand in ihrem Umkreis bewegt. Leuchtdauer, Reichweite und weitere Parameter lassen sich bei zahlreichen Modellen flexibel variieren. LED-Leuchten mit Farbwechsler eröffnen gänzlich neue Möglichkeiten zur Schaffung eines stimmungsvollen Ambientes, indem sie wunschgemäß in zahlreichen verschiedenen Farben leuchten können.

Checkliste Innenbeleuchtung: Haben Sie an alles gedacht?

  • Welche Bereiche sollen beleuchtet werden?
  • Haben Sie sich die Lichtwirkung im Raum veranschaulicht und eine stimmige Kombination aus Grundlicht, Zonenlicht und dekorativen Akzenten gefunden?
  • Besteht Klarheit darüber, wie direktes und indirektes Licht zusammenwirken sollen?
  • Haben Sie alle Sicherheitsaspekte wie die IP-Schutzarten beachtet?
  • Wie hell soll die Beleuchtung sein?
  • Welche Lichtfarben wünschen Sie an welcher Stelle?
  • Welche Leuchtmittel sollen es sein?